Historia des Vlad von Kecz

Vlad von Kecz war einer der übelsten Gesellen aller Zeiten.
Der Sage nach wurde er geboren am 31. Oktober 1404 in Schäßburg im heutigen Rumänien. Sein Vater Vlad Dracul von Kecz hatte dort Asyl gefunden, bevor er 1436 die Herrschaft über die Walachei erringen konnte. Übersetzt bedeutet Dracul "Der Teufel". Diesen Namen hatte sein Vater 1430 erhalten, als er in den Drachenorden aufgenommen worden war, um seine Verdienste im Kampf gegen die Türken zu würdigen. 1442 gelangte Vlads älterer Bruder Vlad „Tepes“ von Kecz als Geisel an den osmanischen Hof. Dort blieb er bis 1448. Nachdem er die Nachricht der Ermordung seines Vaters erhalten hatte, kehrte er in die Walachei zurück, wo er seinen jüngeren Bruder Vlad kennen und hassen lernte. Nach mehreren gescheiterten Versuchen konnte Vlad Tepes im Jahre 1456 seine Regentschaft über die Walachei antreten. Seine Rivalen und die Attentäter des Vaters hatte er vorher beseitigt. Bei seiner Rache bediente er sich einer besonders grausamen Hinrichtungsmethode, dem Pfählen, das damals in ganz Europa üblich war, ihm aber den Beinamen Tepes, der Pfähler, einbrachte.
Sein jüngerer Bruder versuchte es ihm nachzutun. Er meuchelte blindlings in der Gegend herum, zerhackte seine Opfer in kleine Teile und versteckte diese dann in kleinen Kisten, die er von den Angehörigen Suchen ließ. Hatte einer der Unglückseligen einen Teil seiner Verwandten gefunden, so durfte er dieses Teil nur nehmen, wenn er es gegen ein anderes von sich tauschte. So kam es, dass bald kaum jemand in der Walachei noch einen Finger an der Hand hatte und die Wirtschaft arg daniederlag.
Das erzürnte nun Vlads Bruder Tepes wiederum. 1462 begann er deshalb den Krieg mit den Türken. Türkische Gefangene wurden ebenfalls gepfählt, andere im Umland versteckt, die Legende von dem wahnsinnigen Bruderpaar im Blutrausch weiter angeheizt. Trotz beachtlicher anfänglicher Erfolge mündete der Krieg in eine totale Niederlage. 1462 mussten Tepes und Vlad vor den osmanischen Agressoren nach Transsilvanien flüchten. Sie geriet in ungarischer Gefangenschaft. 1476 kehrte Tepes allein erneut in die Walachei zurück und bestieg den Thron. Im gleichen Jahr starb er. Historiker streiten bis heute, ob es ein Meuchelmord im Auftrag seines jüngeren Bruders war oder ob der Fürst im Kampf gegen die Türken fiel. Der Ort, an dem Tepes seine letzte Ruhe fand ist bis heute unbekannt.
Sicher ist nur: Vlad trat mit seinem älteren Bruder Tepes gemeinsam die Flucht nach Transsylvanien an. Aber der Sage nach blieb Vlad dann unterwegs irgendwie an einer lungenkranken Marketenderin hängen und kam erst nach ihrem Tod halbwegs wieder von ihr los. Die folgenden 100 Jahre finden wir Vlad überall in Europa. 1492 versuchte er als blinder Passagier auf dem Schiff des Christoph Kolumbus die Westpassage nach Indien zu finden, fällt allerdings noch im Hafen ins Wasser. Vlad von Kecz spielte im 30jährigen Krieg eine ziemlich üble Rolle als Erfinder des Schwedentrunks, weshalb dort heute noch Alkoholverbot herrscht. Und dem Vernehmen nach soll er 1634 bei der Ermordung Wallensteins die Finger im Spiel gehabt haben. Die Wahrheit wird sich kaum ermitteln lassen. Fest steht, dass Vlad nach dem Tod Wallensteins kurzfristig wie vom Erdboden verschwunden ist. Seine Spur findet sich erst 1670 wieder.


Zu dieser Zeit taucht Vlad im heutigen Bad Hönningen am Rhein auf. Schon bald knüpft er enge Beziehungen zum damaligen Besitzer der Burg, dem Grafen Arenfels. Und nur kurze Zeit später heiratet er dessen Tochter, die schöne Gudrun von Arenfels. Doch die Ehe ist unglücklich. Denn Vlad erweist sich als Schurke erster Güte. Noch auf dem Hochzeitsfest versucht er seinen Schwiegervater, den Grafen von Arenfels, zu ermorden. Vor den Augen seiner Braut. Doch Vlad ist zu betrunken, um dem Grafen die Kehle zu durchschneiden. Stattdessen säbelt er sich selbst den linken Daumen ab. Der Versuch, den massiven Blutverlust durch das Trinken des eigenen Blutes wieder auszugleichen, bringt Vlad den Ruf eines Vampirs ein. Noch heute ist unklar, worauf sein hohes Alter zurückzuführen ist: auf Vampirismus, auf schludrige Beamte oder beides. Der Schwiegervater flieht, Vlad übernimmt die Burg und richtet fortan eine bescheidene aber gut funktionierende Schreckensherrschaft ein. In den nächsten Jahrzehnten versäuft er fast die gesamte Weinernte Bad Hönningens, schwängerte unzählige Mägde der von ihm geknechteten Landbevölkerung und heult in Vollmondnächten grauenhaft auf dem Schloss herum. Angeblich, so raunte man sich in den Hönninger Schenken bei einem Glas Wasser (den Wein hatte Vlad versoffen) zu, war Vlad mit den Bösen Mächten im Bunde, mit Hexen, Magiern und Vampiren. Tatsächlich hatte er vom vielen Wein meist höllische Kopfschmerzen. Und das Aspirin war noch nicht erfunden. Gudrun, seine erste Frau, wird von dem Geheule wahnsinnig und Vlad sperrt sie in den Faulturm, wo sie elendig verschimmelt. Sechs weitere Frauen heiratet Vlad noch. Sie alle finden ihr Ende im Faulturm.
Den sieben Frauen des Vlad von Kecz sind die sieben Stationen des Caches gewidmet.

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